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mit aktuellem einblick in die welt der handelsimmobilien

Von Handels-Immobilien Schubert

Stimmungsbarometer 2025

Die MIPIM 2025 als neue Realität: es wird mehr gearbeitet als gefeiert.

Mit den Menschen sprechen, die wirklich etwas bewegen wollen. Wer noch mit den Folgen der Zinswende und fallender Objektwerte zu kämpfen hat, ist kaum vertreten. Die Anderen haben einen realistischeren Blick auf den Markt und sehen langsam ein Preisniveau, bei dem es sich lohnt, wieder einzusteigen.

MIPIM Cannes ist wie EXPO Real München geworden, nur mit etwas mehr Lametta.

Die wilden Zeiten, in denen Horden angelsächsischer Dienstleister auf den Straßen feierten, sind  vorbei. Ein
neuer Realismus ist eingekehrt. Man redet über konkrete Geschäfte statt über Partylocations, die Größe der Yachten etc. 

Rund 20.000 Besucher/innen – ähnlich viele wie im Vorjahr, subjektiv wirkte es leerer; für die meisten Immobilienmanager nur noch ein 48-Stunden-Besuch.

Genutzt wird die Messe vor allem von deutschen Teilnehmern, die internationale Geschäfte machen. Hier finden sie unschlagbare Möglichkeiten, in kürzester Zeit alle wichtigen internationalen Geschäftspartner in entspannter Atmosphäre zu treffen.

Der deutsche Nahversorgungsbereich war entsprechend kaum vetreten.

International war die arabische Halbinsel und Ägypten sowohl mit prominenten Messeständen als auch positiver Aufbruchsstimmung sehr präsent. 

Das Wetter wie die Rahmenbedingungen: nasskalt mit Gewittern, aber auch sonnigen Abschnitten, vor allem der Kapitalmarkt. „Cash Flow is King“ und Eigenkapital  das Pfund zum Wuchern.

Am Investitionshimmel sichtbar in- und ausländische Investoren, die vor allem  Wohn-investments im Blick haben. 

Das neue „Normal“

In einer Zeit der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheit befinden sich aber  auch viele deutsche Marktteilnehmer in einer abwartenden Haltung: der Markt bewegt sich zwischen Chancen- und Kapitalsuche, was kapitalstarken Investoren einige Gelegenheiten eröffnet. Also ein normaler Marktmechanismus.

Die letzten zehn Jahre haben jedoch ihre Spuren hinterlassen in den Portfolios von Bestandshaltern, Banken und Projektentwicklern. Refinanzierung und Kapital sind das Gebot der Stunde. Um die Probleme der Akteure in den Griff zu bekommen, ist auch Phantasie gefragt, die den Bankern oft fehlt,  sie die Meinung vieler Marktteilnehmer. Die Regulierung lässt Banker zu passiven Akteuren wrden. Anschlussfinanzierungen bleiben eine Herausforderung, insbesondere bei Projekten mit erhöhtem Risiko oder geringem Cashflow“.

Beispiele: 1. Beim Verkauf der Therme Erding kam keine deutsche Bank zum Zug. Argument: mangelnde Drittverwendungsfähigkeit. Dabei ist die Therme Erding seit 25 Jahren ein Garant für den wirtschaftlichen Erfolg eines solchen Spaßtempels. Schließlich sprang Kapital aus Australien ein. 2. Der Hamburger Elbtower könnte Ruine bleiben, weil immer noch eine gewaltige Finanzierungslücke besteht und der Hauptmiet-Vertrag noch nicht abgeschlossen ist. 

Generell zeichnet sich für 2025 eine nicht unerhebliche Refinanzierungslücke ab.

International statt national

Wenn man im deutschen Markt tätig ist, hätte man sich die MIPIM sparen können.  Wer auch international tätig ist, für den bleibt die MIPIM ein wichtiger Marktplatz

Wo steht Deutschland als internationaler Investitionsstandort?  Internationale Investoren sehen Deutschland deutlich positiver als wir „Einheimischen“.

Und natürlich werden wie immer heiße Parolen ausgegeben. Dieses Jahr die vier L’s:  LivingLife ScienceLogistics und Light Industrial.  Handels-Immobilien ist nach wie vor „die große Nische für Experten“, nicht ganz auf dem allgemeinen Radar und daher DIE Gelegenheit für interessante Deals.

Eine andere Nische,  die Technik, vor allem KI, fand auf der Messe kaum statt.

Aus grün wird olivgrün 

ESG rückt in den Hintergrund. Gerade für Investoren mit „Problemimmobilien“ sind ESG-Maßnahmen schwerer kalkulierbar, denn kaum jemand spricht über die regulatorischen Anforderungen, die die Branche in den nächsten Jahren noch stärker beschäftigen werden.

Olivgrün ist auch die Forderung nach deutlich weniger Auflagen beim Bauen. Dazu hat Hamburg ein interessantes Modell auf den Weg gebracht. Ein nachhaltiger Ansatz, auch geeignet, gemeinsam an den europäischen Klimazielen zu arbeiten, denn die Energiewende in der Immobilienbranche ist mehr denn je ein gesamteuropäisches Projekt. Die Einführung einer Sonder-Afa würde dem Wohnungsbau helfen, denn die gestiegenen Baupreise würden zu einer mangelnden Bauqualität führen. 

Die Messe bietet den Blick über den deutschen Tellerrand hinaus: Effizienz, Zuverlässigkeit, Kostendruck und Kapital sind die Themen der Stunde, Arbeitsmesse halt.

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